Rainis Blickwinkel » Pinguins gewinnen 3:2 (1:1; 1:1; 0:0; 0:0; 1:0) nach Penaltyschießen gegen Iserlohn
Rainis Blickwinkel

Pinguins gewinnen 3:2 (1:1; 1:1; 0:0; 0:0; 1:0) nach Penaltyschießen gegen Iserlohn
05.01.2026 - 00:29 von Rainer



Wieder eine mit 4.767 Zuschauern ausverkaufte Eisarena am Wilhelm-Kaisen-Platz. Von der Papierform eine klare Sache für die Fischtown Pinguins, doch der Tabellenvorletzte machte es den Hausherren mit der Unterstützung von etwa 300 Fans sehr schwer und belohnte sich mit einem Punkt. Chefcoach Alexander Sulzer konnte die Formation vom Freitag aufbieten, während sein Gegenüber Stefan Nyman mit Eric Cornell und dem „Gehirn“ der Roosters Daniel Fischbuch zwei schmerzhafte Ausfälle zu beklagen hatte.

Und die Gäste aus dem Sauerland hatten schon nach wenigen Sekunden die erste gute Möglichkeit. Leon Hungerecker, der nach seinen starken Auftritten zuletzt wieder zwischen den Pfosten stand, entschärfte die Gefahr (1.). Dann war es Matthew Abt, der sich vor das Iserlohner Tor schob, aber an Goalie Andi Jenike scheiterte (2.). Etwas zu ungenau platzierte Andy Miele seinen Backhander, der das Ziel deutlich verfehlte (4.). Beide Mannschaften agierten physisch stark und hohem Pressing, was frühe Scheibenverluste zur Folge hatte. Deshalb probierte es Henrik Törnqvist aus der Distanz, doch Leon Hungerecker ließ nichts anbrennen (8.). Eine Minute später machte Rayan Bettahar es ihm nach, zielte aber direkt auf den Rumpf von Andi Jenike (9.). Die Bremerhavener erwischten aber nun einen Lauf und waren dem Führungstreffer nahe. Alex Friesen und Nico Krämmer gelang es jedoch nicht, die im Torraum freiliegende Scheibe hinter dem Iserlohner Schlussmann abzulegen (11.). Anschließend sah sich Colin Ugbekile gezwungen, einen Bremerhavener regelwidrig zu stoppen und den Gang in die Kühlbox anzutreten (13.). Die Pinguine beendeten den Aufenthalt aber frühzeitig. Christian Wejse machte einen Ausflug durch das halbe Drittel der Gäste und empfing den stechend scharfen Pass von Ziga Jeglic, um zum 1:0 einzuschieben (14.). Dass die zuvor verhängte Strafzeit eine der wenigen, richtigen Entscheidungen durch die Spielleitung war, vermochte niemand zu ahnen. Die DEB-Statisten Bastian Steingroß und Christopher Schadewaldt sorgten in der Folgezeit für ausgiebig Stimmung. Nachdem Andy Miele von einem Iserlohner ungeahndet zu Fall gebracht wurde, erwischte es den Bremerhavener umgehend selbst. Zeitgleiche Strafen wegen eines hohen Stocks und wegen Stockschlags hatten die Komiker mit rotem Ärmel im Gepäck. Ein Stockschlag hat es nur in deren feuchten Träumen gegeben (18.). Sei’s drum – den Hühnern half es auf die Sprünge und Henrik Törnqvist durfte über den 1:1-Ausglech jubeln (20.).

Die restliche Dauer in Unterzahl überstanden die Bremerhavener unbeschadet. Selbst für eine Strafe gegen den Iserlohner Eirik Salsten wegen eines Stockschlags an Leon Hungerecker blieb keine Zeit (22.). Dafür war Alex Friesen der Komparse im nächsten Akt. Dem wurde eine „high five“ aufgebrummt, weil er den sich vorgebeugten Taro Jentzsch fast behutsam in die Bande schob. Da der jedoch ausschied, wollten die Referees wohl Exempel statuieren. Weil Macoy Erkamps den Rächer mimte, flog der für zwei Minuten raus (23.). Die Strafzeiten endeten ohne Tore. Dennoch markierten die Gäste das 1:2, als Robin Norell ungestört abziehen durfte (29.). Die Bremerhavener fanden aber die passende Antwort. Den öffnenden Pass von Ludwig Byström verarbeitete Fabian Herrmann zu einen scharfen Pass vor die Kiste, wo Justin Büsing zum 2:2-Ausgleich vollstreckte (30.). Schade, dass Jan Urbas den feinen Backhander von Ziga Jeglic in den Slot nicht an Andi Jenike vorbeibrachte (31.). Apropos Alex Friesen – der war wieder mit von der Partie, durfte aber gleich wieder für zwei Minuten in die Box. Offenbar fiel Bastian Steingroß aber selbst auf, welche kleinkarierte Entscheidung er getroffen hatte. Denn nur Sekunden später wanderte Jakub Borzecki auf die Strafbank. Der grübelt noch immer, wofür bzw. warum (33.). Die Pinguins gingen mittlerweile recht fahrlässig mit den sich bietenden Chancen um. Mit drei auf zwei unterwegs zockten Andy Miele und Phillip Bruggisser mit der Scheibe – Nico Krämmer vergaß komplett zu schießen (35.). Christian Wejse biss dann mit einem Schuss aus dem rechten Bullykreis bei Andi Jenike auf Granit (37.). Der Vollständigkeit halber soll erwähnt sein, dass Colt Conrad von Daniel Geiger stumpf gelegt wurde und die Arme der zwei „Sträflinge“ in der Hose blieben (38.). Sekunden vor dem Ende des zweiten Drittels wurde es kurios. Anthony Camara und Eirik Salsten stifteten gehörig Unruhe vor dem Kasten der Pinguins. Leon Hungerecker und Justin Büsing als Baseballer klärten mit vereinten Kräften. Der Keeper wäre machtlos gewesen, da er von einem Iserlohner im Torraum an der Ausübung seines Jobs gehindert wurde. Nein, es ertönte kein Pfiff der Referees (40.).

Einen Wake Up Call landete Henrik Törnqvist, als dieser kurz nach Beginn des letzten Durchgangs frei im Slot zum Abschluss kam, die Scheibe jedoch deutlich über die Kiste jagte (41.). Colt Conrad probierte es mal aus vollem Lauf, aber Hähnchenwärter Andi Jenike zeichnete sich durch gutes Stellungsspiel aus (44.). Beide Team neutralisierten sich nun, ohne jedoch Kampf und Leidenschaft schleifen zu lassen. Da musste doch fix ein weiteres Kapitel aus dem Laienspieltheater für Abwechslung sorgen. Strafen gegen Anthony Camera und Akito Hirose lautete der Call. Der Bremerhavener verteidigte machte die Erfahrung, selbst wenn man untätig beide Arme in die Lüfte streckt und ein Gegenspieler sich an ihm „vergnügt“ schützt es nicht vor einer Hinausstellung (51.). Kurz darauf traf es Robin Norell, der schon fast ungläubig den ausgestreckten Arm eines Referees erblickte (52.). Die Bremerhavener die große Chance auf den Führungstreffer liegen. Wahrscheinlich deshalb versagten die Schiedsrichter dem Foul von Anthony Camara an Leon Hungerecker im Torraum die Bestrafung (57.). Trotzdem waren die Frackträger dem Dreier so nah. Sekunden vor dem Ende ballerten Phillip Bruggisser und Jan Urbas nacheinander gegen den Pfosten bzw. an die Querstange der Iserlohner Kiste (60.).

Die Overtime blieb mager an Höhepunkte. Einzig der offensichtliche hohe Stock von Maximilian Eisenmenger ins Gesicht von Colt Conrad war sehenswert, für den in Sichtweite jedoch nicht ahndungswürdig. Daraus entwickelte sich der Pass von Akito Hirose zu seinem Mitspieler mit blutender Nase allerdings für ein Break der Gäste bestens geeignet. Maximilian Eisenmenger scheiterte mit der unlauter zustande gekommenen Großchance aber an Leon Hungerecker (64.).

Im folgenden Penaltyschießen erwiesen sich die Pinguins als maximal treffsicher. Sowohl Ziga Jeglic, als auch Nico Krämmer hauten ihre Anläufe in den rechten Knick. Hingegen traf Christian Thomas das Tor nicht und Anthony Camara lief sich an Leon Hungerecker fest, so dass der Zusatzpunkt an die Pinguins ging.

Bleibt noch ein Satz zur DEB-Riege zu verlieren. Das heute Gebotene war mit Abstand die erbärmlichste Leistung seit Jahren. Dass die Hansel sehr viel Geld für eine derartige Aufführung bekommen, muss bedenklich stimmen.
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