Rainis Blickwinkel
Pinguins werden um Sieg betrogen – Christian Wejse bleibt in Bremerhaven
28.01.2026 - 01:24

Ohne sieben – so gingen die Fischtown Pinguins vor 4.661 Zuschauern auch in die letzte Partie vor der Olympiapause. Am Ende bot die Mannschaft von Alexander Sulzer eine starke Vorstellung, verlor aber mit 2:3 (0:0; 1:1; 1:1; 0:1) in der Overtime. Der mögliche Sieg wurde ihr von den Schiedsrichtern aus den Händen gerissen, die einen einwandfreien Treffer die Anerkennung verweigerten. Am Rande wurde die Vertragsverlängerung von Christian Wejse bekanntgegeben.

In einem temporeichen Spiel hatten die Gäste die erste gute Möglichkeit, doch Schlussmann Julius Hudacek ließ die abgefeuerte Scheibe von Matt White in der Fanghand verschwinden (3.). In der Strafzeit gegen Andy Miele wegen Spielverzögerung hielten sich die Bremerhavener ebenfalls schadlos (6.). Dann brannte es erstmals vor der Wolfsburger Kiste und das lichterloh, als Nico Krämmer und Ross Mauermann ihr Glück versuchten (9.). Eine Minute später fummelte sich Nino Kinder durch die Abwehr der Grizzlys, aber der Puck rutschte am langen Pfosten vorbei (10.). Anschließend knallte Bennet Roßmy einen Pass von Ziga Jeglic knapp neben das Gehäuse (11.). Auf der anderen Seite visierte Justin Feser den rechten Winkel des Bremerhavener Tores an, doch Julius Hudacek verhinderte mit der Stockhand die Umsetzung des Vorhabens (12.). Eben war Nino Kinder noch an Keeper Dustin Strahlmeier gescheitert, da parierte der slowakische Goalie der Pinguine im Gegenzug glänzend gegen Matt White im Break (15.). Auch wenige Sekunden vor der ersten Pause, war Nino Kinder nicht vom Glück geküsste, als sein Schuss nur knapp die Kiste verfehlte (20.).

Auch im Mittelabschnitt hielten beide Teams die Geschwindigkeit hoch. Die Hausherren erspielten sich ein leichtes Übergewicht und von Abnutzung aufgrund der dünnen Personaldecke keine Spur. Nicht kontrolliert zum Abschluss kam Ross Mauermann, nachdem er vor die Wolfsburger Kiste einflog und Dustin Strahlmeier überwinden wollte (24.). Dagegen fehlte es Fabian Herrmann gehörig an Zielwasser, der freistehend auf den Körper des Gästekeepers ballerte (25.). Einen klasse Forecheck von Nino Kinder verleitete Timo Ruckdäschel zum Foulspiel und ermöglichte den Bremerhavenern das erste Powerplay. Doch was für ein haarsträubender Fauxpas von Akito Hirose in der eigenen Zone. Spencer Machacek nutzte den Puckverlust zum 0:1. Es war bereist der siebte Shorthander, den sich die Frackträger in dieser Spielzeit genehmigten (28.). Ihm nach machte es Bennet Roßmy, der allerdings Dusel hatte, dass der Streichler mit der Rückhand von Matt White nur den Außenpfosten touchierte (29.). Man durfte erleichtert über das baldige Ende der gruseligen Vorstellung in Überzahl gewesen sein (30.). Ganz anders verlief der Aufenthalt von Ethan Prow in der Kühlbox. Der musste bereits nach 22 Sekunden den Wellnessbereich verlassen und die zornigen Blicke seines Coaches aus der Nähe ertragen. Bennet Roßmy hatte die Scheibe soeben zum 1:1 in der rechten Ecke des Wolfsburger Gehäuses eingeparkt (33.). Kurz vor Drittelende verfehlte Jimmy Lambert das Ziel denkbar knapp (38.), während Luis Schinko den Kasten bei „open net“ verfehlte (39.).

Offenbar beflügelte die Vorfreude auf die bevorstehende Pause die Akteure beider Mannschaften. Die Niedersachsen profitierten dabei von der gedankenschnellen Reaktion Matt Whites, der nach einem Knaller von Janik Möser den Abpraller von der Bande zum 1:2 ins Tor bugsierte. Es dauerte aber nur 23 Sekunden, bis die Pinguine Slowenen-Schach spielten und Miha Verlic das Zuspiel von Ziga Jeglic zum 2:2-Ausgleich über die Linie schob (44.). Nach einer Bankstrafe gegen die Grizzlys wegen Spielverzögerung folgte das dritte Powerplay der Bremerhavener. Und wieder landete das von Miha Verlic adressierte Spielgerät im Netz der Gäste. Die Referees Marian Rohatsch und Aleksander Polaczek schritten jedoch nach Intervention des Wolfsburger Keepers zum Videobeweis. Zur Verwunderung aller annullierten die Rotärmel den regulären Treffer wegen angeblicher Behinderung des Torhüters und ignorierten, dass Alex Friesen von Abwehrspieler Julian Melchiori in den Torraum gestoßen wurde. Ein verspäteter Beweis der Verbundenheit von Polaczek und Co: für gemeinsame Wolfsburger Zeiten. Es war eine Frechheit sondergleichen (49.). Die Pinguine machten weiter Druck auf das gegnerische Tor. Ein feiner Move von Bennet Roßmy hätte ihn in eine komfortable Abschlussmöglichkeit gebracht, endete aber mit einem nicht geahndeten Foulspiel der Gäste (51.). Matthew Abt (53.) und immer wieder der mit Nino Kinder agilste Bremerhavener Angreifer Bennet Roßmy (55./58.) waren dem Führungstreffer sehr nahe. Es blieb am Ende der regulären Spielzeit jedoch beim Remis.

In der Overtime blieb es Jimmy Lambert vorbehalten, einen Pass von Jacob Hayhurst mit einem satten Schuss zum 2:3 in den rechten Winkel zu wuchten (63.).


Rainer


gedruckt am 28.01.2026 - 13:13
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