Rainis Blickwinkel
Rumpfkader gewinnt in Augsburg 2:1 (1:0; 0:1; 1:0) – Siegtreffer von Nino Kinder
25.01.2026 - 17:57


Die Fischtown Pinguins pfeifen personell aus dem letzten Loch. Auf der Bayer-Safari musste auch noch Colt Conrad verletzt auf einen Einsatz verzichten, sodass Alexander Sulzer nur drei komplette Reihen zur Verfügung standen. Im Tor gab es den erwarteten Wechsel. Julius Hudacek nahm den Platz von Leon Hungerecker ein, der zuletzt etwas „überspielt“ wirkte.

Zunächst verlegte der slowakische Goalie die „Huda-Show“ jedoch an den Beginn der Partie. Bei einem Passversuch streichelte er die Scheibe zum lauernden Alexander Blank. Der war aber von dem Geschenk offensichtlich so überrascht, dass er die Riesenchance zum frühen Führungstreffer ungenutzt verpuffen ließ. Derweil tauschte Joseph Cramarossa mit Vladimir Eminger das Drehbuch der Begegnung aus. Wir erinnern uns, im letzten Spiel tickte der Augsburger Stürmer völlig aus und veranstaltete quasi eine Treibjagd auf Rayan Bettahar (1.). Es dauerte bis zur fünfte Spielminute, ehe Phillip Bruggisser den ersten zarten Versuch von Torgefahr sendete, aber Keeper Michael Garteig ließ die Scheibe im Stile eines Fußballers von der Brust abtropfen. Kurz darauf wurde es kurios im Curt-Frenzel-Stadion. Die Referees Sirko Hunnius und Kilian Hinterdobler zeigten eine Strafe gegen Ross Mauermann an, doch der DJ wollte lieber Musik hören und die Zeitnehmer stoppten die Uhr. Daraufhin unterbrachen die Unparteiischen die Partie und sortierten die Abläufe wieder auf aktuelle Begebenheiten (6.). Die Bremerhavener überstanden die Unterzahl ohne Gegentreffer. Besser noch – Bennet Roßmy bediente Ziga Jeglic und der lenkte den Puck zum 1:0 über die Linie (9.). Auf der anderen Seite hielt Julius Hudacek die Freude über die Führung seines Teams aufrecht, als er gegen einen Puppenspieler die kurze Ecke verrammelte (10.). Auf den Geschmack gekommen schien Ziga Jeglic, der es anschließend von der linken Seite probierte und Goalie Michael Garteig prüfte (13). Bei Alex Friesen stimmte die Mischung des Zielwassers nicht und so semmelte der seinen Hochkaräter neben die Augsburger Kiste (15.). Etwas unsortiert wirkte „Huda“ nach einem Schuss von Sebastian Zwickl, doch die Suche nach der abgewehrten Scheibe beendete er eigenhändig beim Nachschuss. Ziga Jeglic hatte diese missliche Situation mit einem Fehlpass in der eigenen Zone heraufbeschworen (16.). Kurz vor Ende des ersten Drittels schnappte der Bremerhavener Schlussmann einen Versuch von D.J. Busdeker wie eine lästige Stubenfliege mit der Fanghand (20.).

Zu Beginn des Mittelabschnitts waren die Pinguine anscheinend noch mit dem Kopf in der warmen Kabine. Tim Wohlgemuth nutzte die ihm zugedachte Einsamkeit im Slot zum 1:1 (22.). Dann bekamen die Fuggerstädter von den Referees ihr zweites Powerplay zugesprochen. Allerdings traf es Bennet Roßmy zu Unrecht, denn Madison Bowey hatte den Angreifer in seinen eigenen Torhüter gestoßen und damit eine Behinderung verschuldet (27.). Die Norddeutschen überstanden aber auch diese zwei Minuten. Das Überzahlspiel der Hausherren ist nicht ohne Grund im Ranking der DEL ganz unten angesiedelt (27.). Einmal mehr war es Madison Bowey, der Akito Hirose mit einem Cross-Check zu Boden stieß. Glück für ihn, dass die Referees just in diesem Moment einen Schleier vor den Augen hatten (33.). Eine Riesentat des Augsburger Schlussmanns verhinderte die erneute Führung der Pinguine. Andy Miele brach auf der rechten Seite durch und umkurvte auch Michael Garteig, der jedoch mit der rechte Schiene den Weg über die Torlinie schloss (38.). Als bereits Moritz Elias in der Kühlbox weilte, versuchte sich Madison Bowey bei Bennet Roßmy mit dem Schläger als Ohrenarzt und wanderte ebenfalls auf die Strafbank (40.).

Die Frackträger konnten den numerischen Vorteil allerdings nicht in Zählbares umwandeln (42.). Und immer wieder diese leichten Scheibenverluste. Nun verwechselte Phillip Bruggisser den Augsburger Riley Damiani mit einem Mitspieler, doch Julius Hudacek merzte auch den Fehler seines Defenders aus. Im Gegenzug feuerte Andy Miele das Spielgerät links am Kasten vorbei (44.). Die beste Chance für die Puppenspieler im letzten Drittel bot sich Moritz Elias, der allein auf Julius Hudacek zufuhr, aber an dessen stoischer Ruhe beim Save scheiterte (45.). Dann war es Andy Miele, der erneut als Backup für den sich in die Offensive geflohenen Ludwig Byström fungierte und mit einem ganz wichtigen Schläger einen Augsburger in Schach hielt (50.). Erhebliche Schlafstörungen dürfte den Hausherren die fahrlässige Verwertung eines zwei auf eins bereiten. Jason Bast hatte bereits tafelfertig für Sebastian Zwickl zubereitet, doch der zog einen überflüssigen Rückpass vor, anstatt abzuschließen (52.). Dann schlug die Stunde für den Berliner Jung. Gleich gegen zwei Augsburger setzte sich Nino Kinder hinter dem gegnerischen Gehäuse durch und hatte dennoch die Übersicht, die Scheibe mit einem „Bäuerchentrick“ zum 2:1 um Keeper Michael Garteig herumzudrehen (59.). Diesen Jackpot ließen sich die Pinguine nicht mehr nehmen. Julius Hudacek wehrte den letzten verzweifelten Versuch der Augsburger ab und sicherte seiner Mannschaft die drei Punkte (60.).


Rainer


gedruckt am 26.01.2026 - 02:31
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