Pinguins bringen sich um die Früchte ihrer Arbeit – Bremerhaven verliert 3:4 (0:1; 2:1; 1:2)
11.01.2026 - 23:59 von Rainer
Das war ein richtig gutes Auswärtsspiel beiden Mannheimer Adlern. Dass das Team von Alexander Sulzer am Ende trotzdem mit leeren Händen dastand, lag an individuellen Fehlern und einer Portion Naivität. Bis 12 Minuten vor Schluss führten die Pinguins mit 3:2, ehe die Kurpfälzer das Ruder noch herumdrehten und einen glücklichen Sieg landen konnten. Christian Wejse fehlte nach seinem erlittenen Wirkungstreffer am Freitag. Dafür feierte Nicholas Jensen in der vierten Reihe sein Comeback.
Der Tabellenzweite erwischte einen Start nach Maß. Auch wenn Marc Michaelis frei vor Leon Hungerecker am Bremerhavener Keeper scheiterte – ein Ausrufezeichen war es in jedem Fall (1.). Akito Hirose meldete vorsichtig Ansprüche der Norddeutschen an, doch sein Versuch bei freier Sicht war für den ehemaligen Küstenlümmel Maximilian Franzreb keine ernstzunehmende Prüfung (3.). Etwas mehr Dampf hatte der Handgelenkschuss von Brendan O´Donnell, der wenig später über die Fanghand hinweg zum 0:1 hinter Leon Hungerecker einschlug (5.). Nicht vom Glück verfolgt war Nino Kinder, dessen Abschluss aus der Drehung nur knapp das Ziel verfehlte (7.). Als Maximilian Franzreb seine Position verlor, blieb es bei einem Körpertreffer durch Ross Mauermann (12.). Sogleich sorgten die Hausherren wieder für Gefahr, aber den Blueliner von Nicolas Mattinen entsorgte Leon Hungerecker fachmännisch (14.). Wieder war es auf der Gegenseite Nino Kinder, der sich geschickt durch die Mannheimer Abwehr schlängelte, es allerdings an Genauigkeit mangeln ließ und die Scheibe den rechten Knick verfehlte (16.). Philip Bruggisser testete nun zwei Mal seine Zielvorrichtung, doch jeweils links und rechts segelten der Puck am Gehäuse vorbei (18.). Erst im Nachfassen entschärfte Maxi Franzreb den Schuss von Andy Miele aus zentraler Position. Bezeichnend, dass nach dem ersten Durchgang keine Strafzeit für beide Teams zu notieren war (20.).
Anscheinend war diese Tatsache auch bei den Referees angekommen, denn nach dem Wiederbeginn beendeten sie flugs das Moratorium für Powerplay und Penaltykilling. Die Zwangspause für Akito Hirose hatte auch gleich schmerzhafte Folgen. Zach Solow fälschte den Schuss von Anthony Greco ab und stellte auf 0:2 – (22.). Dennoch waren es die Bremerhavener, die im Mittelabschnitt die Titel auf die Playlist schrieben. Doch besonders der Zunft in Schwarzweiß schien die Musikauswahl nicht zu gefallen. David Cespiva und der vermutlich in den USA ausgemusterte Jackson Kozari freuten sich anscheinend über jede getroffene Entscheidung, waren sie auch noch so falsch. Als Colt Conrad von einem Mannheimer in der Vorwärtsbewegung gelegt wurde, blieb die Ahndung aus (24.). Die Pinguins drückten weiter aufs Tempo, ohne zunächst die ganz große Gefahr vor dem Adlerkäfig zu erzeugen. Zumindest Ross Mauermann prüfte Maximilian Franzreb, der jedoch mit der linken Schiene klärte (27.). Dann war es Matthias Plachta von der linken Seite, der den Bremerhavenern zur Warnung einen Nadelstich setzte, der von Leon Hungerecker aber abgewehrt wurde (28.). Es wurde einmal deutlich, woran es beim Team von Alexander Sulzer immer wieder hapert – Effizienz und Kaltschnäuzigkeit. Nino Kinder konnte erneut die gute Position für einen erfolgreichen Abschluss nicht nutzen (29.), während Phillip Bruggisser kurz darauf die Verantwortung an einen abgedeckten Mitspieler abgab (30.). Fast unentdeckt stahl sich Lucas Kälble auf dem linken Flügel davon und beschäftigte Leon Hungerecker mit einem Schuss in die kurze Ecke, die dieser geschlossen hatte. Ziga Jeglic und Matthias Plachta suchten derweil nach körperlicher Nähe, die der Mannheimer regelwidrig beendete. Kann man mal so machen, vor allem, wenn die Streifenhörnchen anschließend beide Protagonisten in die Kühlbox schicken (31.). Insgesamt war die Partie etwas physischer geworden. Hayden Shaw brachte Andy Miele vor dem eigenen ungestraft zu Fall, was die gesamte Herde umgehend zum körpernahen Austausch von Zärtlichkeiten und Sprüchen animierte (32.). Nachdem Bennet Roßmy einen weitere gute Gelegenheit an Maximilian Franzreb abgenutzt hatte, prallten Matthew Abt und Zach Solow in der neutralen Zone unglücklich zusammen. Der Mannheimer wird wahrscheinlich nicht in den Schlaf gekommen sein, weil die Frage unbeantwortet blieb, warum er für zwei Minuten auf die Strafbank musste (33.). Sei’s drum – die Pinguins konnten das Geschenk nicht verwerten. Als die Gastgeber wieder über komplette Reihen verfügen durften, schepperte es aber endlich im Gebälk. Jan Urbas nagelte die Scheibe zum 1:2 in den rechten Winkel (35.). Nur 47 Sekunden später folgte der Ausgleich, als Andy Miele einen Rebound zum 2:2 über die Torlinie bugsierte (36.). Eine Unterzahl aufgrund der Hinausstellung gegen Bennet Roßmy blieb aus Sicht der Quadratestädter wirkungslos (39.).
Gleich nach Beginn des letzten Durchgangs haute Akito Hirose die Scheibe zum Kasten der Mannheimer, doch Miha Verlic verpasste den Abpraller von Maximilian Franzreb (41.). Bei angezeigter Strafe gegen Dan Renouf kurvten die Pinguins etwa zwei Minuten durchs Drittel der Adler, ohne jedoch zum finalen Abschluss zu kommen. Dafür dauerte das folgende Powerplay nur acht Sekunden, bis Jan Urbas das Spielgerät zum 3:2 in die Kammer laserte. Die Gefährlichkeit dieser Waffe hatte Maximilian Franzreb wohl nicht mehr auf dem Zettel gehabt (46.). Bald sorgten die Referees wieder für Schlagzeilen. Zunächst ahndeten sie ein einwandfreies Beinstellen von Dan Renouf mit zwei und das beharrliche Reklamieren von Nicolas Mattinen mit einer zehnminütigen Disziplinarstrafe. Doch weil von den Tribünengästen der motzende Speichelfluss anscheinend die Referees erreichte, flog kurz darauf Phillip Bruggisser für ein Stöckchenschlägchen raus. Meine Herren – so geht das nicht. Die Anwesenden könnten zu dem Urteil kommen, Schiedsrichter wären Menschen…! (48.). Die Mannheimer genossen das Mehr an Platz auf der Eisfläche. Begünstigt durch einen leichtfertigen Scheibenverlust von Ziga Jeglic in der Ecke der generischen Zone, kochten die Hausherren blitzartig einen sauberen Konter und ermöglichten Justin Schütz, seine Durststrecke von sieben torlosen Partien mit dem 3:3-Ausgleich zu beenden (48.). Die Bremerhavener verloren den bis dahin gut geflochtenen Faden und hätten sich fast durch Matthias Plachta den nächsten Treffer gefangen, der die von Leon Hungerecker bewachte kurze Ecke anvisiert hatte (53.). Glück für die Pinguine, dass die hilflosen Rotärmel den Handschuh Miha Verlics im Gesicht von Leon Gawanke „übersahen“ (55.). So dauerte es noch drei Minuten, bis Alexander Ehl nach einem naiv vorgetragenen Angriff ohne entsprechende Absicherung nach hinten den 3:4-Siegtreffer erzielte (58.).
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